Vortrag 1

Mori, MSc

Harald Mori, MSc

Kurzbiografie
Geb. 1962 in Klagenfurt. Teilstudium Humanmedizin in Graz und Wien, Ausbildung zum Psychotherapeuten (EALT) in Wien und Fürstenfeldbruck sowie bei Prof. Viktor Frankl [Zertifizierung 1991]. Listeneintragung beim Gesundheitsministerium 1993. Seit 1991 freie Praxis für Psychotherapie in Wien. Intensivfortbildung in Psychoonkologie. Präsident der MFA-Medical Viktor Frankl Association Vienna und von KIEL-Kärntner Institut für EALT. Über 20 Jahre lang Lehrtherapeut für Psychotherapie. Seit 1992 Lektor für Existenzanalyse und Logotherapie (EALT) an der Psychiatrischen Univ.-Klinik der Medizinischen Universität Wien. (Viktor Frankl Vorlesung und Seminar). Internationale Tätigkeit in Lehre und Forschung, zuletzt in Japan, Russland, Kasachstan und Peru. Schüler und Assistent von Prof. Frankl 1987-1997. Spezialisierung Psychotherapie in der Gynäkologischen Onkologie (AGO Österreich) sowie in systemischer Familientherapie bei Prof. Harry Merl. Viktor-Frankl-Preisträger 2007 (Förderungspreis).

Titel

Viktor E. Frankl - Lotse und Wegbegleiter: Die Kraft der Begleitung – Wege mit Wirkung. Auf den Spuren des sinnvollen Lebens.

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Vortrag 2

Lackner

Dr.in Karin Lackner

Kurzbiografie
Universität Klagenfurt. Bis 12/2016 Professorin an der Universität Kassel für Organisationsberatung, Supervision und Coaching.
Lehrberaterin und Lehrtrainerin (ÖGGO), Mitglied der DGSv.
Gründung und Leitung des Instituts für Organisationsdynamik. Beratungs-, Trainings- und Forschungstätigkeit im In- und Ausland.

Titel

Sinn und Wege von New Generations und Organisationen

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Es gibt keine ausgetretenen Pfade, die zu Sinn führen, keine Schienen, die befahren werden können, keine Tickets zur Destination „Sinn.“ Es gibt keine Läden, in denen Sinn erworben werden kann, auch keine Rezepte, die zur Schaffung von Sinn anleiten. Sinn wird erlebt, reflektiert und kognitiv erfasst. „Bei der Sinn-Wahrnehmung handelt es sich um die Entdeckung einer Möglichkeit vor dem Hintergrund der Wirklichkeit. Und diese Möglichkeit ist jeweils einmalig“ (V. Frankl). Frankl beschreibt drei Wege für Menschen, Kraft ihres Willens Sinn zu finden: die Aktion, das Erleben und die Einstellung, diese unvermeidbaren und unabänderlichen Erfahrungen zu akzeptieren und in eine Leistung umzusetzen und umzugestalten. Diese Wege sind laut Frankl nicht ohne Anstrengungen, Mühen und oftmals auch nicht ohne leidvolle Momente zu bewältigen. Am Ende des Weges wird der Mensch ein anderer sein, indem er mit einem anderen, neuen Bewusstsein über sich selbst angekommen ist. „Leiden hat einen Sinn, wenn du selbst ein anderer wirst“ (Frankl, 1985, S. 161). Oder, wie Konrad Lorenz es im Vorwort zu Viktor Frankls Buch „Der Mensch vor der Frage nach dem Sinn“ treffend formuliert: „Selbst ein Leben, das wir anscheinend vertan haben, lässt sich noch rückwirkend mit Sinn erfüllen, indem wir gerade durch die Selbsterkenntnis über uns hinauswachsen.“ Die Formel für einen Weg zum Sinn ließe sich verkürzt auf vier Episoden verdichten: Aktion – Erleben – Reflexion – Erkenntnis. Das erreichte Ziel wäre dann eine emotionale Erkenntnis. Frankls Credo ist ein emanzipatorisches. Menschen müssen es aus eigener Kraft und mit eigener Anstrengung schaffen, sich aus scheinbar ausweglosen Situationen heraus zu manövrieren. Ihnen dieses Erlebnis zu verwehren, indem man ihnen durch beispielsweise konkrete Hilfen Anstrengungen abnimmt, würde die Sinnerfahrung verhindern und die Erkenntnis verwehren. Zwei Wege zur Sinnerfahrung bzw. zum Sinnerlebnis werden verfolgt. Der eine führt in die Welt der New Generations, der Millennials und der Nexters. Wenn wir der Formel Frankls folgen, dann sind die Voraussetzungen für die New Generations denkbar ungünstig. Denn ihnen wurden Anstrengungen vielfach abgenommen. Die „Leiden,“ aber auch die Stärken der jüngeren Generationen werden entlang eines Forschungsprojektes im Rahmen der Gruppendynamik beschrieben. Der andere Weg führt uns in die Welt der Organisationen und zeigt auf, wie sich dort das emanzipatorische Credo Frankls in den Bemühungen widerspiegelt, einen partizipativen Weg in der Reorganisation von Kommunikationsmustern zu finden. Dort, wo sich diese beiden Wege in einer Welt der Organisationen, die von Millennials und Nexters geprägt werden, kreuzen, oder gar ineinander übergehen, finden sich möglicherweise soziale und strukturelle Konstellationen, die dem Sinn eine neue Voraussetzung geben.