Viktor Frankl Symposium 2019 - Sinn und Wege

Zum 12. Mal lädt die Pädagogische Hochschule Kärnten – Viktor Frankl Hochschule zu einem lebendigen Gedankenaustausch im Geiste ihres Namensgebers. Internationale Expertinnen und Experten spannen gemeinsam mit dem Publikum den Bogen von der Lehre Viktor Frankls zur Pädagogik.

Die Beschäftigung mit der Philosophie und Anthropologie Frankls steht diesmal unter dem Zeichen der „Wege“. Denn so, wie viele Wege zum selben Ziel führen können, so gibt es auch viele Wege, das Leben mit Sinn zu erfüllen. Nach Viktor Frankl ist das menschliche Sein so angelegt, dass es vom Willen zum Sinn begleitet wird. Aus der Einsicht, dass dies vielleicht zu abstrakt erscheinen mag, hat er konkret erläutert, wie wir im Leben und Beruf diesem Sinn immer wieder begegnen. Für welche Möglichkeiten wir uns entscheiden, bestimmen unsere Werte, die wir auf unterschiedlichen Wegen verfolgen können: den Wegen des Schaffens, denen des Erlebens und denen der Einstellung.

In einer Zeit, in der Sinnangebote von Institutionen in Frage gestellt werden, sind Menschen gefordert, ihre eigenen Wege zur Verwirklichung der vielen Sinnmöglichkeiten, die das Leben bereithält, zu gehen. Die Lehre Viktor Frankls kann allen im pädagogischen Bereich tätigen Personen Orientierung geben und jungen Menschen Wege aufzeigen, auf denen sie durch das Erkennen ihrer Werte ihren persönlichen Sinn erleben.

Die unzähligen Momente des Lebens eröffnen unzählige Wege. Nicht alle führen ans Ziel, doch wer sich nicht verirrt, ist nicht auf dem Weg.

Jutta Clarke, Lieselotte Wölbitsch
Institut für Schulentwicklung und Pädagogisch-Praktische Studien

Viktor Frankl Symposium 2018 - Sinn und Autonomie

Zu Recht gilt Viktor Frankl als der Begründer der dritten Wiener Schule der Psychotherapie. Nach Sigmund Freud, der glaubte, die Grundmotivation des Menschen im Streben nach Lust erkennen zu können und Alfred Adler, der den Menschen von seinem Bedürfnis nach Dominanz getrieben sah, erkannte Viktor Frankl schon als ganz junger Mensch, dass die Hauptmotivation des Menschen in seinem Willen zum Sinn lag. Damit hat er dem Menschen die Autonomie zurückerobert und immer wieder betont, dass der Mensch eine Dimension besitzt, mithilfe derer er sich zu allem, auch zu sich selbst, einstellen kann. Wir müssen uns weder von anderen noch von uns selbst alles gefallen lassen. Wir können immer gestalten, auch wenn wir uns unseren Bedingtheiten nicht entziehen können. Der Raum, den wir dazu haben, ist von drei Säulen getragen: der Freiheit des Willens, dem Willen zum Sinn und dem Sinn des Lebens.

Es geht Frankl dabei um die Dinge, die es einem Menschen ermöglichen, sein Leben als gelingend zu empfinden. Wir sind dabei gefordert, in Freiheit immer wieder sinnvolle Antworten zu finden auf die Fragen, die das Leben stellt. Aus dem Antworten entsteht das Ver-Antworten, das wiederum nur aus autonomem Handeln resultiert, da es sonst nicht verantwortet werden kann. So kann, will und darf der Mensch seinen Lebensraum einrichten und dabei immer wieder seinem spezifischen Sinn begegnen. Denn der Sinn ist für uns nicht von einem vorgegebenen Regelwerk bestimmt, sondern begegnet uns in jedem Moment unseres Lebens aufs Neue. Leben kann gelingen, wenn wir auf die 10.000 Gebote der 10.000 Momente unseres Lebens frei und verantwortlich antworten. Autonomie im Sinne Frankls ist somit entscheidende Freiheit in Verantwortung.

Jutta Clarke
Institut für Schulentwicklung

10. Viktor Frankl Symposium – Sinn und Liebe

Fotos vom 10. Viktor Frankl Symposium [hier klicken]

10 Jahre Viktor Frankl Symposium
Ein Jahrzehnt der Begegnung und des Träumens liegt hinter uns. Was wir von allem Anfang an zeigen wollten ist das Unterschiedliche, das Konträre, vielleicht auch das Widersprüchliche in und um den großartigen Menschen Viktor Frankl.
Es war uns nicht genug, einem Weg zu folgen. Wir suchten nach vielen Abzweigungen. Begegnungen waren uns wichtig. Manchmal waren wir selbst unsicher. Menschen, jung und alt, gemeinsam beim Diskutieren, beim Zuhören, beim Sich Gegenseitig Frankl erklären, beim Fragen, beim Staunen.
Viele waren ein Jahrzehnt bereit Verantwortung zu übernehmen, sich auf Neues einzulassen, scheinbar Unwichtiges zuzulassen. All Ihnen gebührt mein Dank fürs Entstehen lassen.

Dr. Michael Gutownig
Institut für Schulentwicklung