9. Viktor Frankl Symposium – Sinn und Wachsen

Das Menschenbild Frankls bezieht auch das Wachsen des Menschen ein. Im dialogischen Austausch mit der Welt, in der Sinnverwirklichung, wächst der Mensch zu seiner vollen Größe heran, manchmal sogar über sich hinaus. Der Mensch entwickelt sich seiner inneren Intuition folgend zur Persönlichkeit durch intentionale Zuwendung zu anderen Menschen und Dingen in der Welt. Rückert formuliert dies so: „Vor jedem steht ein Bilde des, was er werden soll; solang er das nicht ist, ist nicht sein Friede voll“.

Die Fähigkeit des Menschen zur Selbsttranszendenz führt sie zur Hingabe an die Sache und schließlich zu sich selbst zurück. Nach Karl Jaspers wird der „Mensch ganz er selbst durch die Sache, die er zur seinen macht“. So gesehen ist Persönlichkeitsbildung eine „Nebenwirkung“ sinnvollen Tuns.

Nach Meinung Frankls machen nicht Erbe und Umwelt den Menschen aus, sondern er gestaltet sich selbst auf der Basis seiner Anlagen, seinem Charakter sowie seiner Umwelt. Frankl formuliert dies so: Der Mensch „hat“ einen Charakter, „ist“ eine Person und „wird“ eine Persönlichkeit. Der Mensch ist daher nicht nur der, der er derzeit ist, sondern auch der, der er werden kann.

Die von Alfried Längle, einem Schüler Frankls, entwickelten vier Grundmotivationen des Menschen bilden eine Landkarte für die Entwicklung des Menschen. Die Beleuchtung des Lebens auf existenzielle Inhalte hin und die Mobilisierung der Potenzialität des Menschen in der Personalen Existenzanalyse sind Lebensschulung und verhelfen dem Menschen zum Wachstum.

Eva Maria Waibel

8. Viktor Frankl Symposium – Sinn und Person

Fotos 2015
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Sinn und Person stellen Zentralbegriffe der Existenzanalyse dar und sie bedingen einander. Wenn der Mensch unter dem Blickwinkel eines erfüllten Lebens gesehen wird, sind somatische und psychodynamische Aspekte zwar notwendige Bausteine, beleuchten aber nicht die Frage nach einem sinnvollen Leben. Viktor Frankl, der sich zeitlebens der Sinnfrage widmete, lenkte seine Aufmerksamkeit daher vor allem auf die – von ihm so bezeichnete – dritte Dimension des Menschen, auf seine (bewusste und unbewusste) Geistigkeit, die er als das Freie im Menschen bezeichnet. Eine existenzielle Betrachtung der Person fokussiert auf ihre dialogische Eingebundenheit in der Welt und ihre Wertbezüge. Diese doppelte Bezogenheit fordert den Menschen auf, für sich Antworten auf die Fragen des Lebens zu finden und wird damit zur Voraussetzung für die eigene Sinnerschließung.

Dr. Eva Maria Waibel

Postkartenprojekt - Jeder Mensch ist willkommen
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Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 8. Viktor Frankl Symposiums, Sinn und Person spendeten für die Aktion „Jeder Mensch ist Willkommen“ einen Betrag von € 610,--.
Frau Mag. Dr. Sabine Strauß und Frau MMag. Ingrid Strießnig übergaben den Betrag an das SOS-Kinderdorf umFWohnen Lukasweg (unbegleitete minderjährige Flüchtlinge).



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